• Dr. Stefan Stöckl

Datengetriebene Geschäftsfeldentwicklung

Von Big Data zum eigentlichen Geschäftsmodell




Vom Kleinunternehmer bis zum Großkonzern, das Thema Business Development entwickelt sich zum Dreh- und Angelpunkt der Unternehmensstrategie. Das Aufgabenspektrum der Geschäftsfeldentwicklung ist dabei umfangreicher als man landläufig vermuten würde. Nicht zu verwechseln mit der Funktion des Vertriebs, dessen Hauptaugenmerk auf dem Abschluss von Verträgen und der damit einhergehenden Profitgenerierung liegt, befasst sich das Business Development vorwiegend mit der Analyse von Märkten und Wettbewerbern. Zu den zentralen Aufgaben eines Business Developers zählt jedoch nicht nur das Aufspüren von neuen Trends und Innovationen, sondern allen voran die erfolgreiche Anpassung des Unternehmens an die sich stetig wandelnden Rahmenbedingungen, verursacht durch Wettbewerb sowie veränderte Kundenbedürfnisse. Ziel ist die Entwicklung von neuen Produkten und Strategien, welche die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sicherstellen können.


Eine zentrale Variable, die das Unternehmensumfeld maßgeblich beeinflusst, ist dabei das Thema Digitalisierung, respektive die Entwicklung passender Geschäftsmodelle und Strategien für die Aufbereitung großer Datenmengen. Doch wie lassen sich Geschäftsmodelle mit Hilfe von Big Data digitalisieren? Und auf welche Konzepte können Unternehmen in diesem Bereich zurückgreifen?


Neueste Studien der Reihnischen Fachhochschule Köln zeigen, dass ein hoher Digitalisierungsgrad den Geschäftserfolg (gemessen am Umsatz), gerade bei kleineren und mittleren Unternehmen maßgeblich steigert

(Studie: „Digitale Dividende im Mittelstand"). Die Studie verdeutlicht zudem, dass diese im Digitalisierungsprozess fortschrittlichen Unternehmen, vor allem auf digitale Managementmethoden und Transparenz setzen und zusätzlich die Fähigkeit entwickelt haben Geschäftsmodelle erfolgreich zu digitalisieren.


Doch was versteht man schlussendlich unter der Digitalisierung von Geschäftsmodellen?


Spricht man von Digitalisierung, so weisen Unternehmen im Hinblick auf den Umsetzungsstand ihrer Digitalisierung unterschiedliche Reifgrade auf.





Abbildung 1: Reifegradmodell zur Digitalisierung nach Kraft (2018), Bitkom- Studie: Management von Big Data Modellen



Der Reifegrad legt demnach fest, auf welcher Entwicklungsstufe sich der Digitalisierungsprozess eines Unternehmens befindet. Laut dem Digital Index, der die digitale Außenansicht aller Unternehmen anhand von außen beobachtbaren Indikatoren misst, erreichen KMUs nur 5 von 100 möglichen Punkten. Während große Unternehmen einen Durchschnittswert von 24 Punkten aufweisen (Studie: Digitalisierung der KMU in Deutschland). Auch in der Anwendung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie Internettechnologien zeigen sich kleinere und mittlere Unternehmen im Vergleich zu Großunternehmen eher zögerlich. Gerade einmal ein Drittel der KMU weist eine hohe oder sehr hohe Nutzungsintensität auf– bei Großunternehmen liegt diese Quote bereits bei 70 Prozent (Studie: Digitalisierung der KMU in Deutschland). Kaum ein Fünftel der KMU ist wirklich digitalisiert. Demnach kommen Daten, Datenmodelle und Algorithmen zur Virtualisierung von Prozessen oder Produkten eher selten zum Einsatz (Studie: Digitalisierung der KMU in Deutschland). Gut 80 Prozent der KMU sind noch im Stadium der Computerisierung. Sie nutzen IKT- und Internettechnologien zur Unterstützung ihrer Geschäftsmodelle, haben aber noch nicht die Fähigkeit zur virtuellen Abbildung ihrer analogen Unternehmenswelt. Im Vergleich dazu gehören bereits knapp 30 Prozent der größeren Unternehmen zu der Gruppe der digitalisierten Unternehmen (Studie: Digitalisierung der KMU in Deutschland).


Die Königsdisziplin der Digitalisierung ist demnach, die Nutzung großer Datensätze zur Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen, die perfekt auf den Zielmarkt und die Kundenwünsche bzw. die Nachfrage abgestimmt sind. Ein digitales Geschäftsmodell ist demnach ein solches, dass auf der Grundlage modernster Datenanalyse-Technik entwickelt worden ist.




Abbildung 2: Bedeutung von Big Data für Geschäftsfeldentwicklung, Bitkom- Studie: Management von Big Data Projekten



Abbildung 2 verdeutlicht die Auswirkungen des Big-Data-Phänomens auf die Wertschöpfungs- und Geschäftsmodelle in den Industrie- und Dienstleistungsbranchen. So steht fest, dass durch die voranschreitende Digitalisierung bei nahezu allen Geschäftsmodellen und -prozessen das Volumen der zur Verfügung stehenden Daten exponentiell ansteigt. Gleichzeitig erreicht die Aktualität der Daten beständig neue Stufen. Dadurch entstehen wiederum vollkommen neue Nutzungs- und Kommerzialisierungsmöglichkeiten für Daten. Je nach Branche ergeben sich somit vielfältige Optionen, mittels Big-Data-Lösungen bestehende Geschäftsprozesse zu optimieren oder sogar komplett neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.


Haben Sie diese Königsdisziplin schon gemeistert? Wenn nicht, sprechen Sie uns gerne darauf an?








Quellen:


https://gruenderplattform.de/unternehmensfuehrung/businessdevelopment


https://www.innolytics.de/digitale-geschaeftsmodelle/#:~:text=Digitale%20Geschäftsmodelle%20sind%20eine%20Form,innen%20bereit%20sind%20zu%20bezahlen.


Studie: Digitale Dividende im Mittelstand

https://www.hn-nrw.de/digitalisierung-steigert-profite/#:~:text=Die%20empirische%20Untersuchung%20„Digitale%20Dividende,hoher%20Digitalisierungsgrad%20den%20Geschäftserfolg%20steigert.


Studie: Digitalisierung der KMU in Deutschland

https://www.iwconsult.de/fileadmin/user_upload/projekte/2018/Digital_Atlas/Digitalisierung_von_KMU.pdf


Bitkom-Studie: Management von Big Data Projekten

https://www.bitkom.org/sites/default/files/file/import/130618-Management-von-Big-Data-Projekten.pdf





11 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Data Engineering